Akute Übersäuerung
17. März 2010
Die Definition der akuten Übersäuerung
Eine akute Übersäuerung (Azidose) entsteht, wenn der pH-Wert im Blut unter den Wert von 7,36 sinkt. Sie tritt als Symptom verschiedener Grunderkrankungen auf. In Abhängigkeit von der Ursache der Übersäuerung werden eine respiratorische (atmungsbedingte) und eine metabolische (stoffwechselbedingte) Azidose unterschieden.
Die Symptome der akuten Übersäuerung
Bei einer respiratorischen Azidose leiden die Betroffenen unter blauen Lippen und Atemnot. Zudem versuchen die Nieren, die Übersäuerung durch eine erhöhte Protonenabgabe zu kompensieren, wodurch vermehrt Wasser ausgeschieden wird.
Eine metabolische Azidose tritt seltener auf und äußert sich durch eine tiefe und beschleunigte Atmung, die sogenannte Kussmaulatmung. Liegt der Übersäuerung ein Diabetes mellitus zugrunde, kann der Atem des Betroffenen einen Acetongeruch aufweisen.
Eine akute Übersäuerung kann lebensbedrohlich sein. Atemnot, verringerter Blutdruck und auftretende Herzrhythmusstörungen können zur Bewusstlosigkeit führen.
Die Ursachen der akuten Übersäuerung
Eine respiratorische Azidose entsteht durch eine verringerte Abatmung von Kohlendioxid. Die im Blut verbleibenden Protonen bewirken einen Abfall des pH-Werts. Mögliche Grunderkrankungen stellen Lungenfunktionsstörungen wie Asthma bronchiale oder ein Lungenemphysem dar. Aber auch eine Begrenzung des Atemvorgangs durch Rippenbrüche sowie Medikamente, die den Atemantrieb vermindern, können als Ursachen einer respiratorischen Azidose in Frage kommen.
Zu den Erkrankungen, die eine metabolische Azidose auslösen können zählen Diabetes mellitus mit absolutem Insulinsmangel, chronische Nierenerkrankungen oder lange andauernder Durchfall. Es kommt zu einer erhöhten Konzentration saurer Stoffwechselprodukte im Blut. Die Puffersysteme des Körpers sind nicht mehr in der Lage diese vollständig zu neutralisieren und der pH-Wert sinkt abrupt.
Die Diagnose der akuten Übersäuerung
Eine akute Übersäuerung kann mit Hilfe einer Blutgasanalyse diagnostiziert werden. Auf diesem Weg ist eine Messung des Säure-Basen-Haushalts sowie der Partialdrücke von Sauerstoff und Kohlendioxid möglich. Anhand der Messwerte wird eine respiratorische von einer metabolischen Übersäuerung abgegrenzt. Während bei der respiratorischen Azidose der Partialdruck von Kohlendioxid erhöht ist, zeigt die metabolische Azidose eine Verringerung des Puffersystems (Bikarbonatkonzentration).
Die Therapie der akuten Übersäuerung
Die Therapie umfasst vor allem eine Behandlung der jeweiligen Grunderkrankung. Liegt eine respiratorische Übersäuerung vor, wird die Atemfrequenz erhöht und der Betroffene im Notfall künstlich beatmet.
Besteht eine metabolische Übersäuerung aufgrund einer chronischen Nierenerkrankung kann eine Dialyse indiziert sein. Bei Diabetes mellitus ist durch die Gabe von Insulin, eine Verbesserung der akuten Stoffwechselsituation möglich. Weiterhin stellen eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sowie langfristig eine Umstellung der Ernährung therapeutische Maßnahmen dar.
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